Civic Coding-Forum „Fail Forward” zum KI-Einsatz

Fail forward forum veranstaltung

Das Civic Coding-Forum „Fail Forward” aus der Reihe „Ethischer Einsatz von KI: Theorie, Praxis und Learnings“ ermutigt zu einer transparenten Fehlerkultur bei der Entwicklung und Umsetzung von gemeinwohlorientierten KI-Projekten. Erfahrungen und Praxisbeispiele zeigen, dass Fehler Teil des Lernprozesses sind und wertvolle Lektionen zum Wachstum bieten. "Civic Coding - Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl" ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).

Alexander Stricker, Gründer und Geschäftsführer, über Herausforderungen und Learnings auf dem Weg von der Grundlagenforschung zum Gebärdensprach-Avatar für mehr digitale Teilhabe für gehörlose Menschen:

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Nachfolgend unsere Zusammenfassung:

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Civic Coding-Forum – Fail Forward: Wie gemeinwohlorientierte KI-Projekte aus ihren Fehlern lernen

In diesem Forum der Veranstaltungsreihe „Ethischer Einsatz von KI: Theorie, Praxis und Learnings“, das am 12.11.2024 stattfand, stand der konstruktive Umgang mit Fehlern im Mittelpunkt. Vertreter*innen gemeinwohlorientierter KI-Projekte berichteten offen von ihren Erfahrungen und zeigten auf, welche Erkenntnisse sich daraus für die eigene Projektarbeit gewinnen lassen. Dabei lag der Fokus weniger auf den Rückschlägen selbst als auf den daraus gezogenen Lehren. Diese machten deutlich, warum es wichtig ist, Risiken einzugehen, neue Ideen zu verfolgen und trotz Herausforderungen kontinuierlich weiterzuarbeiten.

Das Wichtigste in Kürze zum Umgang mit Fehlern:

  1. Fehler als Lernprozess und Anstoß zu neuen Ideen verstehen
  2. Partizipation als Erfolgsfaktor unter Einbezug der betroffenen Zielgruppen
  3. Offenheit und Transparenz schaffen Vertrauen und Akzeptanz
  4. Zusammenarbeit im interdisziplinären Team gezielt stärken

„Lernen kennt keine Grenzen. Wir sollten die Potenziale nutzen, aus Fehlern zu lernen und versuchen, mit vielen unterschiedlichen Kulturen, Persönlichkeiten und unerkannten Stärken, Lösungen zu finden.“
Alexander Stricker, Gründer und Geschäftsführer

Von Grundlagenforschung zum Gebärdensprach-Avatar: Digitale Teilhabe für gehörlose Menschen

Um den digitalen Zugang zu Informationen für gehörlose Menschen und Menschen, die auf Gebärdensprache angewiesen sind, zu unterstützen, entstand aus langjähriger Grundlagenforschung mit dem Gebärdensprach-Avatar eine konkrete Lösung für digitale Barrierefreiheit. Alexander Stricker und sein Team entwickeln seit vielen Jahren Technologien zur Übersetzung von Gebärdensprache mit digitalen Avataren, um gehörlosen Menschen den Zugang zu digitalen Inhalten zu erleichtern. Basierend auf Ergebnissen aus öffentlich geförderten Forschungsprojekten ging schließlich der Gebärdensprach-Avatar hervor, der heute als Produkt verfügbar und mehrfach ausgezeichnet ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Weg dorthin von Herausforderungen und Fehlern geprägt war, aus denen wichtige Erkenntnisse gewonnen wurden.

Herausforderungen und Learnings

Das Gebärdensprach-Avatar-Projekt war von Beginn an mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, da beispielsweise digitale Meetings für viele gehörlose Menschen nur eingeschränkt zugänglich waren. Zusätzlich belasteten technische Hürden, hoher Abstimmungsbedarf sowie die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären und gemischten Team aus hörenden und gehörlosen Beteiligten den Projektalltag. Unterschiedliche Erwartungen, Wissensstände und der hohe technologische Anspruch – insbesondere die Übertragung der komplexen Grammatik der Gebärdensprache in digitale Modelle – stellten weitere zentrale Schwierigkeiten dar. Auch fehlendes Wissen über die Gehörlosen-Kultur machte einen gezielten Vertrauensaufbau notwendig.

Zudem begegnete das Projekt in der Öffentlichkeit teils kritischen Stimmen, da Ziele und Funktionsweise der Forschung nicht ausreichend vermittelt wurden. Daraus zog das Team die Lehre, die Gehörlosen-Community stärker einzubeziehen, transparenter zu kommunizieren und den Austausch kontinuierlich zu intensivieren (siehe Instagram). Diese Learnings trugen maßgeblich zum Projekterfolg bei. Stricker betonte außerdem das große kreative Potenzial, das die Zusammenarbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen für die Weiterentwicklung von KI bietet.

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